Donnerstag, 1. September 2016

Interessantes aus der
Literaturgeschichte


Die Bronte Schwestern


Charlotte Bronte





Charlotte wurde am 21.4.1816 in Thornton geboren und verstarb am 31.3.1855 in Haworth. Sie war eine britische Schriftstellerin und veröffentlichte ihre Romane unter dem Pseudonym Currer Bell.

Charlotte Brontë wurde als drittes Kind des irischen Pfarrers Patrick Brontë und seiner Frau Maria, geb. Branwell, geboren. Ihre beiden älteren Schwestern verstarben im Kindesalter an Tuberkulose. Gemeinsam mit ihren drei jüngeren Geschwistern Patrick Branwell, Emily Jane und Anne begann sie schon als Kind zu schreiben. Als Teil des Phantasiereichs von Glass Town/Angria verfasste sie z. B. mit ihrem Bruder handschriftlich 15 Ausgaben
des Young Men's Magazine (als Vorbild diente ihnen Blackwood's Magazine). Aus dieser Zeit stammen auch handschriftlich verfasste Erzählungen, die auf kleinen, engbeschriebenen Blättern von ca. 12 cm Höhe verfasst wurden. Wegen ihrer Winzigkeit sind diese Handschriften heute sehr begehrt, 2012 wurden einige für 690.000 £ versteigert. Schon damals benutzte die Autorin verschiedene männliche Pseudonyme. Die Kinder wurden zu Hause unterrichtet. Nur kurze Schulaufenthalte in Cowan Bridge (Lancashire), einem Internat für Pfarrerstöchter, und Roe Head (bei Mirfield), wo sie in 18 Monaten als Klassenbeste einen Schulabschluss erreichte, trennten sie von ihren Geschwistern. Während ihrer Schulzeit traf sie Ellen Nussey und Mary Taylor, mit denen sie ihr Leben lang enge Freundschaften unterhalten sollte. Einige Biographien vermuten eine über eine Freundschaft hinausgehende lesbische Beziehung zwischen Ellen und Charlotte. Lucasta Miller weist in The Brontë Myth darauf hin, dass sich diese Spekulationen ausschließlich auf die Interpretation einiger Passagen aus Brontës Briefen stützen.

In Roe Head trat Charlotte Brontë 1835 eine Stelle als Lehrerin an. 1839 und 1841 arbeitete sie als Gouvernante. In der Absicht, in Haworth eine eigene Schule zu eröffnen, reiste sie 1842 zusammen mit ihrer Schwester Emily nach Brüssel, um dort im Pensionnat de Demoiselles der Madame Heger ihre Französischkenntnisse zu verbessern. Ihre unerwiderte Liebe zu Monsieur Heger wurde Thema ihres Romans The Professor, der aber erst postum veröffentlicht wurde.
1844 kehrte Brontë zurück nach Haworth. Das Schulprojekt musste mangels Schülern aufgegeben werden. Zusammen mit ihren Schwestern gab sie unter den (männlichen) Pseudonymen Ellis (Emily), Acton (Anne) und Currer (Charlotte) Bell einen Gedichtband heraus, der sich als Ladenhüter erwies. Auch Brontës erster Roman The Professor fand zu ihren Lebzeiten keinen Verleger. Der literarische Durchbruch kam mit dem Roman Jane Eyre (1847), ebenfalls unter dem Pseudonym Currer Bell veröffentlicht. Die Zeitgenossen vermuteten zuerst einen männlichen Autor. Als sie ihre Identität preisgab, wurde sie in die Londoner literarischen Kreise eingeführt und genoss eine kurze Zeit des Ruhms. Ihre Bücher erschienen dennoch weiterhin unter ihrem Pseudonym.
1854 heiratete Charlotte Brontë Arthur Bell Nicholls (1819–1906), den Hilfspfarrer ihres Vaters. Am Karsamstag 1855 starb sie – laut Totenschein an Schwindsucht (Tuberkulose) – vermutlich in Folge von unstillbarem Erbrechen in der Schwangerschaft.
Charlotte Brontës letztes Manuskript mit dem Titel Emma blieb unvollendet und erschien 1860 postum als Fragment.


Emily Brontë




Emily wurde am 30.7.1818 in Thornton geboren und starb am 19.12.1848 in Haworth. Sie war eine britische Schriftstellerin, die durch ihren einzigen Roman "Sturmhöhe" bekannt wurde. Auch sie veröffentlichte ihre Werke unter einem Pseudonym - Ellis Bell.
Emily Brontë war die jüngere Schwester von Charlotte Brontë. 1820 zog die Familie Brontë nach Haworth, West Yorkshire, nachdem Emilys Vater Patrick Brontë die dortige Pfarrstelle angeboten worden war. Das familiäre Umfeld begünstigte die Entwicklung des literarischen Talents von Emily.
Noch als Kinder erschufen die vier Geschwister Charlotte, Branwell, Emily und Anne die fiktiven Länder Angria, Gondal und Gaaldine, die sie in kurzen Geschichten beschrieben. Von Emilys Arbeit aus dieser Periode ist außer einigen Gedichten (The Brontë's Web of Childhood, Fannie Ratchford, 1941) nichts erhalten. Ihre lyrische Arbeit, die sich oft auf das Traumreich Gondal bezog, setzte Emily Brontë bis zu ihrem Tod fort.
Emily Brontë besuchte zusammen mit ihrer Schwester Charlotte die Internatsschulen Cowan Bridge und Roe Head. 1838 arbeitete Emily Brontë als Lehrerin am Internat Law Hill. 1842 ging sie zusammen mit ihrer Schwester Charlotte nach Brüssel, um dort in der Schule der Madame Heger zu studieren. Emily kehrte einige Monate vor Charlotte nach Haworth zurück, wo sie sich fortan um den Familienhaushalt und die Finanzen der Familie kümmerte. Neben dem Schreiben, das zunächst ein Hobby für die Geschwister war, liebte Emily die Beschäftigung mit Tieren, das Wandern und die Naturbetrachtung, was im frühen Viktorianismus ungewöhnliche Interessen für eine Frau waren. Seit dem Aufenthalt in Brüssel sprach Emily fließend Französisch, zudem beherrschte sie Latein und Altgriechisch, wie an erhaltenen Übersetzungsarbeiten zu sehen ist.

1846 veröffentlichten die drei Schwestern Emily, Anne und Charlotte den Gedichtband Poems unter den männlichen Pseudonymen Ellis, Acton und Currer Bell. Die Pseudonyme lassen sich den Anfangsbuchstaben der Vornamen zuordnen. Die Qualität der Gedichte von „Ellis“ (Emily) wurde von der zeitgenössischen Kritik gegenüber denen der beiden Co-Autoren meist deutlich hervorgehoben; ein Urteil, das bis heute Bestand hat und auch von Emilys Schwestern vertreten wurde.
1847 veröffentlichte Emily Brontë ihren einzigen Roman Wuthering Heights, der heute als Klassiker der englischen Literatur gilt. Auch der Roman erschien unter dem Pseudonym Ellis Bell, er wurde in einem Band mit dem Roman Agnes Grey ihrer Schwester Anne veröffentlicht. Die Schriftstellerin beharrte zeitlebens auf Diskretion über ihre Identität und legte ihr Pseudonym nie ab.
Emily wird von Zeitzeugen als äußerst reservierte, starrsinnige und schroffe Persönlichkeit beschrieben, die sehr eigenbrötlerisch lebte und keine Freundschaften schloss, obwohl sie trotz ihrer schwierigen Umgangsart anziehend wirken konnte, auch durch ihre scharfsinnige Intelligenz. Spätere Interpreten ihres Lebens finden oft Berührungspunkte zwischen Emily und dem Protagonisten Heathcliff ihres Romans Wuthering Heights. Ähnlich wie Heathcliff konnte Emily in ihrer Familie oft ihren Willen durchsetzen, selbst gegenüber ihrer sehr selbstbewussten Schwester Charlotte, und die Haushaltsmitglieder mit unkonventionellem Benehmen schockieren.
Emily Brontë starb 1848 vermutlich an Tuberkulose oder einer Lungenentzündung. Letzteres wird aufgrund des von Charlotte in Briefen beschriebenen Krankheitsbildes heute als wahrscheinlicher erachtet; Charlotte schreibt zudem in einem Brief an ihre Freundin Ellen Nussey konkret, dass Emily an einer Lungenentzündung leide. Legendär geworden ist Emilys beharrliche Weigerung, ärztliche Hilfe anzunehmen, und ihr Wunsch, „der Natur ihren Lauf zu lassen“: Sie weigerte sich bis zum Tag ihres Todes, im Bett zu liegen, und versuchte, ihren Alltag wie gewohnt weiter zu führen. Charlotte beschreibt Emilys Sterben in Briefen als ein „schreckliches Spektakel“.
Charlotte stellte in einem Essay (Biographical Notice of Ellis and Acton Bell) zur Neuausgabe des Romans 1850 ihre jüngere Schwester als ein naives Naturkind dar, das nicht wirklich wusste, was es tat, als es den Roman schrieb und eine Figur wie Heathcliff erfand. Charlotte schuf damit eine Legende über ihre Schwester, die in Folge häufig kolportiert wurde: In vielen Biographien wird Emily daher als „weltfremde Pfarrerstochter vom Lande“ dargestellt, doch dies ist eine nicht den damaligen gesellschaftlichen Verhältnissen angemessene Wertung von Emilys Leben. Tatsächlich hatte sie mehr außerhäusliche Lebenserfahrungen gesammelt (Lehrtätigkeit an einer Schule, Aufenthalt im Ausland ohne Begleitung des Vaters) als die meisten Frauen im frühviktorianischen Bürgertum, die in der Regel entweder direkt vom Elternhaus in eine Ehe gingen oder das verwandtschaftliche Umfeld nie verließen.

Sowohl "Sturmhöhe" als auch "Jane Eyre" stehen auf meiner Klassik-Leseliste. Ich denke, es sind Werke, die man einfach gelesen haben sollte. Wie auch viele andere. Besonders gespannt bin ich aber auf "Sturmhöhe", da ich schon sehr sehr viel gutes dazu gehört habe.
Welche Werke der beiden Schwestern habt ihr schon gelesen und wie fandet ihr sie??


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