Freitag, 13. Januar 2017

Rezi





Titel: Hool
Autor: Philipp Winkler
Verlag: Aufbau Verlag
Seiten: 310
Ebook: 9,99€
Hardcover: 19,95€
ISBN: 978-3351036454
erschienen am: 19.09.2016 










Der Autor

Philipp Winkler, 1986 geboren, aufgewachsen in Hagenburg bei Hannover. Studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim. Lebt in Leipzig. Auslandsaufenthalte im Kosovo, in Albanien, Serbien und Japan. Neben Veröffentlichungen in Literaturmagazinen und -anthologien, erhielt er 2008 den Joseph-Heinrich-Colbin-Preis und 2015 für Auszüge aus Hool den Retzhof-Preis für junge Literatur des Literaturhauses Graz. „HOOL“ ist sein Debütroman.




Klappentext

Jeder Mensch hat zwei Familien. Die, in die er hineingeboren wird, und die, für die er sich entscheidet. HOOL ist die Geschichte von Heiko Kolbe und seinen Blutsbrüdern, den Hooligans. Philipp Winkler erzählt vom großen Herzen eines harten Jungen, von einem, der sich durchboxt, um das zu schützen, was ihm heilig ist: Seine Jungs, die besten Jahre, ihr Vermächtnis. Winkler hat einen Sound, der unter die Haut geht. Mit HOOL stellt er sich in eine große Literaturtradition: Denen eine Sprache zu geben, die keine haben.




Wie ich es fand

Als ich einen Bericht über die 10 besten Bücher 2016 gelesen und dabei "Hool" entdeckt habe, war mein Interesse sofort geweckt. Das mag auch daran liegen, dass ich ein großer Fan der Filme "Hooligan" und "The Football Factory" bin. Ich finde es einfach unglaublich interessant und spannend zu sehen, was hinter solchen Menschen steckt. Was sie dazu bewegt hat, das zu tun, was sie eben tun. Und dann war auch schnell klar, dass ich das Buch lesen muss. Mit dem Schreibstil hab ich mich anfangs ziemlich schwer getan, da der Autor sehr umgangssprachlich schreibt und man sich erst einmal darauf einstellen muss. Aber mit der Zeit wurde es immer leichter und irgendwann half es sogar dabei, sich besser ins Geschehen einzufühlen. Man fühlte sich viel mehr mit den Protagonisten verbunden; hatte sogar teilweise das Gefühl zu der Gruppe dazu zu gehören. Was ich auch als etwas schwierig empfand war die Tatsache, dass es in der Story keine Kapitel gibt. Sondern verschiedene Handlungsstränge aus verschiedenen Zeiten nur durch Absätze getrennt sind. Oft wusste man dann nicht gleich, ob man jetzt in der Vergangenheit oder in der Gegenwart ist. Aber auch das gibt sich mit der Zeit. Vom Inhalt muss ich sagen, dass ich auch hier eine Weile brauchte, bis es mich zu 100% packte. Man bekommt einen Einblick in Heikos Leben, seine Familienverhältnisse aber auch sein Dasein als Hooligan. Trotzdem kam mir gerade der letzte Aspekt zu kurz. Ich hatte da doch mehr Gewalt und mehr aus dieser Szene erwartet. Aber ab der Hälfte des Buches hat es mich richtig gepackt, sodass ich den Rest in einem Rutsch gelesen hab. Ich konnte mich plötzlich super in Heiko einfühlen. Ich konnte verstehen, warum er diese Szene als seine selbst gewählte Familie betrachtete. Die ganze Geschichte war so unglaublich realistisch und ich bin mir sicher, dass es genau solche Schicksale auch im echten Leben oft gibt. Ich war oft geschockt und erschrocken über die Geschehnisse in Heikos Umfeld. Ich hatte Mitleid und Verständnis mit ihm und konnte seine Gefühle und Handlungen voll und ganz nachvollziehen. Das Ende fand ich an sich etwas zu kurz und hätte es mir doch etwas ausführlicher gewünscht. Aber die Idee des Autors es so enden zu lassen, war fast "süß". Für mich ein absolut gelungener Debütroman, der zwar einige kleine Schwächen hat, aber mir trotzdem viel Freude bereitete.

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