Donnerstag, 10. November 2016

Rezi

Autor: Lilly Lindner
Verlag: Fischer Verlag
Seiten: 400
Ebook: 9,99€
Taschenbuch: 9,99€
ISBN: 978-3733500931
Erschienen am: 19.02.15




Die Autorin

Lilly Lindner hat keine Ahnung von Teilchenphysik und bipolaren Zwischenströmungen. Sie weiß auch nicht, wie viel Wasser man in einen Teich kippen muss, um einen See zu erhalten; aber wie man Bücher schreibt – das weiß sie. Ihr Debüt ›Splitterfasernackt‹ stand monatelang auf der Bestsellerliste.




Klappentext

Lilly Lindner ist ein Phänomen. Sie ist ein außergewöhnliches Schreibtalent.
Nun hat sie ihr erstes Jugendbuch geschrieben und trifft mit ihrer glasklaren und poetischen Sprache jeden Leser direkt ins Herz.
April ist fort. Seit Wochen kämpft sie in einer Klinik gegen ihre Magersucht an. Und seit Wochen antwortet sie nicht auf die Briefe, die ihre Schwester Phoebe ihr schreibt. Wann wird April endlich wieder nach Hause kommen? Warum antwortet sie ihr nicht? Phoebe hat tausend Fragen. Doch ihre Eltern schweigen hilflos und geben Phoebe keine Möglichkeit, zu begreifen, was ihrer Schwester fehlt. Aber sie versteht, wie unendlich traurig April ist. Und so schreibt sie ihr Briefe. Wort für Wort in die Stille hinein, die April hinterlassen hat.




Wie ich es fand

Diese Frage ist bei diesem Buch schwer zu beantworten, zumindest für mich. Aber ich werde es versuchen. Zuerst möchte ich sagen, dass dieses Buch schrecklich war. Schrecklich schön. Manchmal mehr schrecklich, aber trotzdem wunderschön. 

Ich habe noch keinen Schreibstil wie diesen gelesen. Er war so metaphorisch und wortgewaltig, dass es mir manchmal sogar etwas zu viel wurde. Dass man sich regelrecht in den Wortspielen verlor. Darum dauerte es auch einige Zeit, um sich darauf wirklich einzulassen. Aber vielleicht lag das auch am Thema, oder daran, dass diese Geschichte so unfassbar dramatisch war, dass ich mich gar nicht darauf einlassen wollte und konnte.

Es war sehr schwer mich mit den Eltern von April und Phoebe zu identifizieren. Eigentlich war das unmöglich. Ich konnte ihr Verhalten absolut nicht nachvollziehen und habe sie teilweise gehasst. Wie sie so herzlos sein konnten und so blind. Ich kann zwar verstehen, dass sie überfordert waren mit all den Gedankenstürmen ihrer Töchter, aber immer wieder habe ich mich gefragt, wo ihre Liebe bleibt. Und das hat mir sehr sehr weh getan.

Es gab oft Momente, in denen ich am liebsten in dieses Buch gesprungen wäre, um April in den Arm zu nehmen und ihr zu sagen, dass es ok ist. Dass sie ok ist. Ihre tiefe Traurigkeit war so sehr spürbar und greifbar. Unmöglich zu glauben, dass man sie nicht wahrnehmen könnte. Zu lesen wie sie sich immer weiter aufgibt, war sehr hart.

Aber auch Phoebe tat mir wirklich leid. So unverstanden und so anders als andere. Aber hier hatte ich doch etwas Probleme mich damit anzufreunden, dass eine 9-jährige so redet oder denkt. Natürlich habe ich keine Ahnung, wie hochbegabte Kinder sich artikulieren, aber ich war öfter leicht überfordert. 

Wenn ich ehrlich bin, war ich von dem ganzen Buch überfordert. Und das ist nicht mal negativ gemeint. Ich war eben nicht darauf vorbreitet. Auf all diese Worte. Die so schön waren, dass ich niemals auf die Idee gekommen wäre, dass sie jemand zu Papier bringen könnte.

Auch wenn dieses Buch nicht das normale gute Gefühl hinterlässt, so kann ich es doch nur mit vollen 5 Sternen bewerten, da die Autorin so ein außergewöhnliches Talent ist, dass man gar keine andere Wahl hat.

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